Vase mit Sonnenblumen steht auf einem Tisch. Auf einem Tablett stehen verschiedene Gewürze in farbigen Verpackungen.

Eröffnung des Zentrums für seelische Gesundheit Lörrach

Josha Frey, Marion Dammann, Michael Eichhorst, Manne Lucha, Dr. Stephan Schieting, Almut Koß, Dr. Clemens Keutler, Jörg Lutz, Andrea Trinler-Hinkelmann, Axel Pickhardt

V.l.n.r.: Josha Frey, Marion Dammann, Landrätin Landkreis Lörrach, Michael Eichhorst, Geschäftsführer ZfP Emmendingen, Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg, Dr. Stephan Schieting, Medizinischer Direktor ZfP Emmendingen, Almut Koß, Chefärztin Klinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie ZsG Lörrach, Dr. Clemens Keutler, Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ZsG Lörrach, Jörg Lutz, Oberbürgermeister Stadt Lörrach, Andrea Trinler-Hinkelmann, Pflegedienstleiterin Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ZsG Lörrach, Axel Pickhardt, Pflegedienstleiter Klinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie ZsG Lörrach

Im feierlichen Rahmen ist das Zentrum für seelische Gesundheit (ZsG) Lörrach am Samstag, 9. Mai, im Beisein von Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg, offiziell eröffnet worden. In Trägerschaft des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen wird das ZsG künftig mit einer Klinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie sowie einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ein umfassendes und multiprofessionelles Behandlungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Lörrach anbieten. Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie übernimmt nun das ZsG Lörrach damit den Vollversorgungsauftrag für die Landkreise Lörrach und Waldshut sowie die südlich gelegenen Gemeinden des Landkreises Breisau-Hochschwarzwald. Die Inbetriebnahme des ZsG wird voraussichtlich Mitte Juni 2026 erfolgen.

Zur Eröffnung begrüßte Geschäftsführer Michael Eichhorst die rund 100 anwesenden Gäste und hob die Bedeutung des neuen Zentrums hervor, das nach mehrjähriger, intensiver Planungs- und Bauzeit nun fertiggestellt werden konnte. Mit dem ZsG entstehe ein zukunftsweisender Baustein für eine moderne, wohnortnahe und vernetzte psychiatrische Versorgung in der Region. Zugleich würdigte er das Engagement aller Beteiligten, die die Umsetzung dieses Großprojekts ermöglicht haben. 

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung unterstrichen Minister Manne Lucha sowie Landrätin Marion Dammann und Oberbürgermeister Jörg Lutz in ihren Grußworten die hohe Relevanz des neuen Zentrums für die regionale Gesundheitsversorgung. Minister Lucha hob hervor: 

„Die heutige feierliche Eröffnung des Zentrums für seelische Gesundheit zeigt eindrucksvoll, wie durch Zusammenarbeit, klare Entscheidungen und den Mut zur Veränderung nachhaltige Strukturen in der Gesundheitsversorgung im Landkreis Lörrach geschaffen werden können. Das Land hat das Zentrum für seelische Gesundheit mit rund 51 Millionen Euro finanziell unterstützt. Das Zentrum für seelische Gesundheit steht für eine moderne und innovative psychiatrische Versorgung mit fließenden Übergängen zwischen ambulanten und stationären Angeboten. Ich danke allen Beteiligten für ihr unermüdliches Engagement und ihren Einsatz zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in der Region.“

Einblicke in das klinische Konzept gaben anschließend die pflegerischen und ärztlichen Leitungsteams der beiden Fachkliniken, bevor Thomas Schumacher, Gesamtprojektleiter des Gesundheitscampus Lörrach, einen in der ZfP-Bäckerei in Emmendingen gefertigten Schlüssel aus Hefeteig überreichte. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Lehrer*innen und Schüler*innen der Städtischen Musikschule Lörrach. Im Anschluss hatten die Gäste die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und sich bei einem Imbiss auszutauschen. 

Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung im Landkreis Lörrach

Mit der Eröffnung einer Psychiatrischen Tagesklinik Lörrach mit Institutsambulanz im Jahr 2003 sowie der Inbetriebnahme der Abteilung Psychiatrie im Krankenhaus Schopfheim im Jahr 2010 wurden bereits wichtige Grundlagen für die psychiatrische Versorgung im Landkreis Lörrach gelegt. Als Teil des „Lörracher Weg 2.0“ führt die Entstehung des ZsG diese Entwicklung nun konsequent fort und markiert einen weiteren zentralen Schritt hin zu einer modernen, wohnortnahen Versorgung. 

Mit künftig 103 stationären Plätzen in der Erwachsenenpsychiatrie sowie im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie 30 stationären und 15 tagesklinischen Plätzen in Lörrach und 15 weiteren tagesklinischen Plätzen in Lauchringen steht abschließend nach der Anlaufphase in 2026 eine umfassende psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung für alle Altersgruppen bereit.

Anfang 2026 ist die Trägerschaft der Station Hohe Flum am Krankenhaus Schopfheim sowie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Lörrach mit rund 150 Mitarbeitenden von den Kliniken des Landkreises Lörrach auf das ZfP übergegangen. Nach einem stufenweisen Aufbau soll mit der Eröffnung des Dreiland-Klinikums 2027 dann die Voll- und Notfallversorgung etabliert werden. 

Stufenweiser Aufbau der Erwachsenenpsychiatrie 

Die Klinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie wird bis Ende 2026 in mehreren Ausbauschritten realisiert. Vorgesehen sind insgesamt fünf modern ausgestattete Stationen: vier Stationen mit jeweils 22 Behandlungsplätzen sowie eine spezialisierte Krisenstation mit 15 Plätzen.

In der Startphase werden zwei allgemeinpsychiatrische Stationen eröffnet. Im Verlauf folgen schrittweise weitere spezialisierte Angebote mit Stationen für Abhängigkeitserkrankungen, Alterspsychiatrie sowie Krisenintervention. Auf diese Weise entwickelt sich das ZsG kontinuierlich zu einem differenzierten und zukunftsorientierten Versorgungsangebot für erwachsene Patientinnen und Patienten. 

Dem ZsG angeschlossen wird die psychiatrische Tagesklinik mit eigener Institutsambulanz in der Lörracher Innenstadt, die weiterhin an ihrem Standort in der Riesstraße 14 verbleibt.

Umfassendes Angebot für Kinder und Jugendliche

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie umfasst aktuell eine Kinder- und eine Jugendstation. Für das Jahr 2026 ist der Aufbau einer zusätzlichen Adoleszentenstation vorgesehen. Ergänzt wird das vollstationäre Angebot durch eine Tagesklinik mit Institutsambulanz am Standort Lörrach sowie die bestehende Tagesklinik mit Institutsambulanz am Standort Lauchringen. Behandelt und diagnostiziert werden Kinder und Jugendliche mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen aus dem gesamten diagnostischen Spektrum. 

In den Neubau einziehen wird auch die Erich Kästner-Schule Lörrach. Als öffentliche Klinikschule stellt sie die schulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen sicher, die sich während einer stationären oder teilstationären Behandlung im ZsG in Lörrach befinden. Am Campus stehen hierfür 60 Schulplätze, acht Klassenräume für Gruppenunterricht sowie drei Räume für Einzelförderung zur Verfügung. Ein eigener Schulhof mit altersgerechter Ausstattung ergänzt das Angebot. 

Architektur und Baukonzept

Der rund 60 Millionen umfassende Neubau des ZsG, entworfen durch die sander.hofrichter architekten GmbH, befindet sich auf einem rund 1,6 Hektar großen Teilgrundstück des über acht Hektar umfassenden Gesundheitscampus Lörrach. Die Gebäudeanlage ist sensibel in die Topografie des Geländes eingebettet und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein: Während sich das Gebäude zum Dreiland-Klinikum dreigeschossig präsentiert, sind in Richtung des zukünftigen S-Bahn-Halts vier Geschosse sichtbar. 

Auf einem zweigeschossigen Sockelbereich für die ambulanten, teilstationären und stationären Behandlungsangebote erheben sich zwei auch nach außen ablesbare Gebäudeflügel: das „Erwachsenenhaus“ und das „Kinderhaus“. Prägend für die architektonische Struktur ist hier die Anordnung von je zwei Stationen in sogenannten „Pflegefingern“, die kurze Wege sowie effiziente Abläufe im Klinikalltag unterstützen und zugleich an die Architektursprache des benachbarten Dreiland-Klinikums anknüpfen. 

Eine Vielzahl von Innenhöfen und Dachgärten schafft geschützte Aufenthaltsbereiche, die direkt aus den Innenräumen betreten werden können. Die begrünten Dachflächen sind dabei Bestandteil eines nachhaltigen und klimafreundlichen Baukonzeptes, das sich unter anderem auch in den rund 400 auf dem Dach des Erwachsenenhauses verbauten Photovoltaik-Modulen widerspiegelt. Inspiriert von der japanischen Lebensweise Wabi Sabi folgt das besondere Material- und Gestaltungskonzept des Gebäudes insgesamt einem reduzierten Ansatz, der durch die Nutzung natürlicher Materialien wie Holz, einen zurückhaltenden Farbeinsatz sowie gezielte gestalterische Akzente eine ruhige Atmosphäre schafft. 

Vernetzte Versorgung 

Das ZsG und das benachbarte Dreiland-Klinikum werden nach Fertigstellung des Dreiland-Klinikums sowohl ober- als auch unterirdisch miteinander verbunden sein und bilden künftig einen eng verzahnten medizinischen Verbund. Sichtbares Zeichen dieser Zusammenarbeit ist eine verglaste Brücke, die beide Gebäude miteinander verbindet und eine optimale interdisziplinäre Zusammenarbeit von Psychiatrie und somatischer Medizin ermöglicht.

Neben der gemeinsamen Nutzung zentraler Infrastrukturen in Ver- und Entsorgung, technischer Betriebsführung sowie Logistik, schafft die räumliche Nähe damit beste Voraussetzungen für eine ganzheitliche Patientenversorgung, bei der verschiedene Fachdisziplinen vernetzt zusammenarbeiten, Behandlungskonzepte optimal aufeinander abgestimmt sind und den Gesundheitscampus Lörrach zu einem modernen und zukunftsorientierten Standort integrierter Gesundheitsversorgung machen.